Freitag, 27. März 2020

Nr. 7 vom 1.4.1970 oder Besiegt die Hongkong-Grippe!


Natürlich ist die Goldene 20 nicht in Quarantäne! Ganz im Gegenteil! Ihr habt ja alle jetzt Zeit, alles Mögliche zu lesen und anzuhören, auch die Goldene 20! Hier ist der Youtube-Link für die Top 20 vom 1.4.1970.



Gleich sechs Neuzugänge in der Goldenen 20. Das liegt wohl am Frühling vor 50 Jahren, dass zunehmend altes Zeug herausgekehrt wurde.

Interessant: auch vor 50 Jahren gab es eine außergewöhnliche Grippewelle, die Hongkong-Grippe. Im SPIEGEL-Artikel wird berichtet, dass man in Augsburg Müllmänner zum Gräberausheben verpflichtete, da es einerseits erhöhten Gräberbedarf gab, andererseits die Totengräber so krank waren, dass man befürchten mußte, sie würden alsbald ihre eigenen Kunden. Und Udo Jürgens hat in Quarantäne 4 Pfund abgenommen (in der Goldenen 20 ist er jetzt auch schon 1 Monat weg vom Fenster). Bemerkenswert, wie lahmarschig das Virus damals war: im Sommer 1968 wurde es in Hongkong isoliert, dann zog es im März nach Südafrika, dann im Mai nach Argentinien, um dann im November endlich bei uns zu laden. Da hat unser Corona aber einen ganz anderen Speed!

Total lahme Hongkong-Grippe 1970. Quelle: SPIEGEL 1/1970

Auf keinen Fall möchte ich hier aber Wolfgang-Wodarg-mäßig herüberkommen, es habe das alles schon immer gegeben. Gegen Hongkong konnte man sich damals problemlos impfen lassen. Was aber nicht so viele gemacht haben, weshalb dann ca. 40.000 gestorben sind, was man aber auch erst im nachhinein ausgerechnet hat und auch keinen so richtig doll interessierte, weil es weder Facebook noch Insta gab. Ah, jetzt weiß ich auch, woran dieser Wolfgang Wodarg mich erinnert: an Catweazle! Auch kompetenzmäßig! Salmei, Dalmei, Adomei!


Aber zurück vom virologischen Feld zu unseren kleinen Dingen. Die Beatles hebe ich mir noch ein wenig auf. Neben Creedence Clearwater Revival (habe ich schon ihre Nichtswürdigkeit erwähnt? Ja?) gibt es auf Platz 13 auch einen interessanten Neuzugang: Bridge Over Troubled Water von Simon & Garfunkel.


Brücke über verärgertes Wasser. Quelle: discogs
Ich kann mich erinnern: irgendwann in den Neunzigern, ich fahre auf der Autobahn, Sonntagmittag, und auf einer geruhsamen Interviewsendung im Deutschlandfunk wird jemand befragt (keine Ahnung, wer das eigentlich war), und die Gäste dürfen immer ihre Musik mitbringen, und er hat Bridge Over Troubled Water. Warum denn dieses Lied, fragt der Moderator, und der Gast antwortet: Weil es das perfekte Lied ist. Da ist etwas Wahres dran. Hört es Euch noch einmal in Ruhe an, wie langsam und fast behutsam es beginnt, aber schon in diesen ersten Zeilen klar ist, dass in dem Lied bald Großes geschehen wird. Es ist ein wahnsinnig schöne Melodie, und niemand auf der Welt kann sie so singen wie Art Garfunkel in diesen knapp 5 Minuten. Wobei das Orchester erst richtig nach dreieinhalb Minuten einsetzt, zusammen mit dem Duogesang mit Paul Simon, aber dann ist eigentlich auch schon alles passiert. Ich war damals richtiggehend ergriffen. Es gibt nicht so viele perfekte Lieder. Merkwürdigerweise ist es Let It Be von den Beatles fast ein wenig ähnlich – vielleicht auch ein nahezu perfektes Lied, das sehr sparsam mit Klavier und Gesang beginnt. Dass beide ausgerechnet in derselben Woche ihre Hitparadenkarriere beginnen, ist fast schon eine großmütige Verschwendung üppiger Schönheit. 




Rakete der Woche: Let It be von den Beatles von 0 auf 2
Veteran der Woche: Dein schönstes Geschenk von Roy Black mit 10 Wochen
Liebling der Woche: Bridge Over Troubled Water auf der 13 

Freitag, 13. März 2020

Nr. 6 vom 15.3.1970 oder Das Rätsel Mendocino endlich gelöst




Ja, es ist gut und gerecht: auch in dieser Woche grüßt Led Zeppelin von Platz Nummer 1! Es ist eben eine ganze Menge Liebe. Hier die youtube-Playlist!

Schlendern wir einmal ein wenig durch das Weltgeschehen Anfang 1970. Sehr instruktiv ist dieser Artikel aus dem SPIEGEL-Archiv, in dem man sich einmal zu vergewissern versucht, wo man steht.

Mehr als 700.000 Haushalte hätten jetzt einen Zweitwagen, und mittlerweile 15,7 Mio. einen Fernseher. Was waren doch die 60er für Goldene Zeiten. Das stimmt, und es wußte auch noch keiner, dass die Trentes Glorieuses in ungefähr 3-4 Jahren aufhören würden.

Aber der SPIEGEL warnt aber schon jetzt: man würde der Wissenschaft nicht mehr alles glauben, man strebe nicht nur nach schnödem Reichtum, sondern moralische Werte würden immer wichtiger. Und sogar so neumodische Sachen wie der Datenschutz. „Wieweit beispielsweise soll das Sammeln von Daten von Daten aus der Privatsphäre des einzelnen in elektronischen Gedächtnisspeichern zulässig sein?“ fragt der SPIEGEL besorgt wie possierlich. Und die Umwelt, die sei in 25-30 Jahren auch unwiederbringlich zerstört. Es ist frappierend, wie bekannt die Diagnosen klingen.

Früher war aber nicht nur alles gleich, sondern auch schlechter. Man könne doch endlich mal die Oder-Neiße-Linie anerkennen (stimmt). „Oder selbst eine so simple Erkenntnis, daß Sicherheitsgurte im Automobil Schutz bieten. Von 92 Verkehrsfachleuten, die täglich blutigen Straßenunfällen konfrontiert werden, so ergab kürzlich eine Umfrage, schnallen sich nur 34 an.“

Das stimmt wirklich. Man hat sich früher nicht angeschnallt. Die ersten Gurte, die in unseren Autos waren, die waren auch nicht automatic, so dass man sie umständlich anlegen und festzurren mußte. Die Gurtpflicht kam erst 1976, vorher hat man sich „am Lenkrad festgehalten“. Die Gurtpflicht galt für Taxifahrer erst ab 2014, und zwar, damit der Taxifahrer bei einem Überfall schneller flüchten konnte. Dann stellte man fest, dass gurtloses Fahren deutlich gefährlicher ist gegurtetes Überfallenwerden.

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So, und jetzt müssen wir einmal über Mendocino sprechen, bevor es endgültig verschwindet! Michael Holm war schon Anfang der Sechziger aktiv, hatte aber nie so richtig den Supererfolg. Interessant ist, dass Michael Holm eigentlich eher Texter als Komponist ist, und der deutsche Text von Mendocino stammt von ihm selbst.

Auf dem Weg nach San Fernando (Quelle: discogs)

Noch einmal kurz die erste Strophe:


Auf der Straße nach San Fernando
Da stand ein Mädchen wartend in der heißen Sonne
Ich hielt an und fragte: „Wohin?“
Sie sagte: „Nimm mich bitte mit nach Mendocino“

Ich fand das schon immer bemerkenswert, denn Michael Holm (offenbar im Nadelstreifensakko unterwegs), fährt ja nach San Fernando, aber das Mädchen will nach Mendocino. So, denkt man dann, das ist so, als würde das Mädchen in Dortmund-Sölde an der B1 stehen und wir wollen nach Essen fahren, und sie sagt Nimm mich bitte mit nach Bochum-Wanne.

ABER! Wenn man das jetzt mal im Atlas nachschlägt! Da Mendocino an der Küste liegt, dürfte Mademoiselle eventuell nördlich gestanden haben. Mendocino liegt aber noch deutlich vor San Francisco, während San Fernando ein Vorort von Los Angeles ist. Das sind genau 1009km. Das ist doch völlig unwahrscheinlich, im Cabrio (mit Nadelstreifensakko) von X (wissen wir ja nicht) nach San Fernando (allermindestens 1009km) zu fahren. Und wahrscheinlich hat er nicht einmal einen Sicherheitsgurt um.

Das eigentliche Problem für Michael Holm liegt aber darin, sie nicht mehr zu finden: „Sie sagte sie will mich gern wiedersehen, doch dann vergaß ich leider ihren Namen.“ Ich meine, was soll er mit ihrem Namen? Er braucht ihre Mobilnummer, um ihr eine Whatsapp zu schicken. DAS ist doch der Punkt.

Falls der Leser jetzt Aufklärung durch das Original erhofft: es gibt keine. Der Text des Originals dreht sich ausschließlich darum, dass es ganz nett ist in Mendocino (Make love along the way in Mendocino), aber keinesfalls um die verzweifelte Suche eines Autofahrers nach einer verlorenen Liebe, die ihr Haar mit zwei goldenen Spangen hält.

ABER! Michael Holm hat ja nicht nur zu Mendocino den Text geschrieben, sondern auch später zu Rex Gildos Fiesta Mexicana, und da heißt es:

Und ich küsse Carmen Sita, denn der Abschied ist nah.
Weine nicht muß ich gehn,
weil wir uns ja wieder sehn, bei einer
Fiesta, Fiesta Mexicana


So fügt sich alles zusammen. Nach vielem Klingeln an Mendocinoer Haustüren(1970) hat Michael Holm sein Mädchen Carmen Sita gefunden (1971), feiert noch eine Fiesta Mexicana (1972), aber muß sie dann verlassen. Schließlich muß er ja noch nach San Fernando. Rätsel gelöst!

Rakete der Woche: Canned Heat Let’s Work Together von 0 auf 6
Veteran der Woche: Mendocino (16 Wochen)
Liebling der Woche: Marmalade, Reflections Of My Life (das ist so schön 1964!) 



Freitag, 28. Februar 2020

Nr. 5 vom 1.3.1970 oder Ganz viel Liebe




Sen-sa-tio-nell! Dein schönstes Geschenk ist NICHT mehr Nummer 1, sondern wurde sogar auf Platz Nr. 4 heruntergedemütigt. Dein schönstes Geschenk – die Annette Kramp-Karrenbauer der Charts vom 1.3.1970! Hier erstmal die youtube-Playlist:

Die neue Nummer 1 ist Whole Lotta Love, ein sensationeller Kracher. Led Zeppelin. Deren LPs heißen I, II, III, aber die Vierte heißt gar nicht und wird deshalb gerne IV genannt. Whole Lotta Love ist das Eröffnungslied der II und hat vielleicht eine der besten ersten Minuten aller Zeiten. Was für ein Riff! Was für ein Gesang! Led Zeppelin hatte allerdings damals überhaupt keine Lust auf Singles. Ähnlich wie Gustav Mahler strebten sie ausschließlich nach der langen Form und bauten einen bizarren, untanzbaren, unmelodiösen Mittelteil ein, der inklusive Gitarrensolo glatte 2 Minuten dauert (also nach Single-Hit-Begriffen eine Ewigkeit). Dann ab Minute 4:00 ein spektakuläres Gesang-Schlagzeug-Gitarrenriff-Finale, das uns heute, 50 Jahre später, noch genau so knallt wie 1970. GROSSARTIG! Die Single dauert durch die ganzen Umständlichkeiten epische 5 Minuten 30, aber das war ja Led Zeppelin egal, bei denen sowieso alles Gold wurde, was sie anfassten. Ja, liebe Jugend, stellt euch Led Zeppelin so ähnlich vor wie Capital Bra, nur eben als Gruppe, und nicht aus Sibirien, sondern aus Berkshire.

Es ist fast häretisch, dass die nichtswürdigen Creedence Clearwater Revival auf Nummer 2 folgen. Ich wollte ohnehin schon einmal erwähnen, dass ich natürlich diesen Blog in größtmöglicher Neutralität und Ausgewogenheit betreibe und mich lieber einem Urteil enthalte, als dass ich zu jemanden ungerecht wäre. Creedence Clearwater Revival konnten nichts, und allerwenigsten komponieren, singen, aufführen. Es hat gereicht für 9 Top 10-Hits, einer überflüssiger als der andere. Zum Glück sind sie mittlerweile komplett vergessen.

Wir haben in dieser Woche eine ziemlich aufgewühlte Hitparade mit gleich fünf Neuzugängen. Darunter ist auch die Band Tee-Set, die sich heutzutage, in Google-Zeiten, auch nicht mehr so nennen würde (das wäre so, als würde man sich „Günstiger Kredit“ nennen oder „iphone billiger“). Wenn man das Tee-Set dann endlich gefunden hat, erfährt man, dass sie eine Nederpop-Band sind. Sie sind geradezu ein idealtypisches One Hit Wonder. Ma Belle Amie (sehr schönes Video mit viel Amsterdam, Grachten, Brücken. Die Jungs haben superscharfe Klamotten an und fahren am Ende in einem Ford Mustang davon, toll!) war nicht nur in Europa, sondern auch in USA ein respektabler Hit und verkaufte sich mehr als 1 Million mal. Der Bandleader Peter Tetteroo (T-Set!) starb 2002, aber das Internet ist sich nicht ganz schlüssig, ob es das Tee-Set heute denoch oder gerade deshalb noch gibt. Das wird uns noch öfter beschäftigen: Bands, die sich nicht offiziell und ordentlich wie die Beatles getrennt haben, aber andererseits auch nicht existent sind. Ihr kennt ja alle Schrödingers Katze. Wir wollen diese Bands Schrödingerbands nennen, und Tee-Set ist eine Schrödingerband, weder lebendig noch tot, oder beides. Sie hat übrigens weder eine Homepage/Insta/Facebook-Seite, was in heutigen Zeiten für ihre Inexistenz spricht. Hier noch ein Bandfoto von 1968, dem Jahr vor Ma belle Amie. Eigentlich sehen sie auch alle gleich aus. Alle. Schrödinger-Zwillinge!


Die Schrödinger-Fünflinge von Tee-Set (Quelle: wikipedia)


Und in dieser Woche ist natürlich klar, wer Liebling der Woche ist! Ganz viel Liebe! Ich hoffe auch, dass Mendocino sich noch ein bißchen hält, denn ich habe noch gar nicht über Mendocino gesprochen. Und warum das Mädchen auf der Straße nach San Fernando steht und dennoch nach Mendocino will! Das wird nachgeholt, versprochen!

Rakete der Woche: Whole Lotta Love VON NULL AUF EINS
Veteran der Woche: Mendocino (15 Wochen)

Liebling der Woche: Whole Lotta Love, klar 

Freitag, 14. Februar 2020

Nr. 4 vom 15.2.1970 oder Grüßen Sie Frau Stirnima






Wie jetzt in jeder Ausgabe: hier erst einmal die Youtube-Version der Charts.

Wir haben gleich sechs Neuzugänge in unseren Charts! Ihr solltet euch auch nicht zu sehr an Liedern gewöhnen und festhalten. Der Status einer Top 20-Single ist vergänglich, auch wenn Roy Black seit vier Wochen festgenagelt auf Platz 1 steht. Jetzt habe ich doch noch einmal das Video angeschaut. Der dazugehörige Film heißt Unser Doktor ist der Beste. Roy Black kommt als neuer Oberarzt in eine Privatklinik, wird erst für den Heizungsinstallateur gehalten, streitet mit Oberschwester Hildegard, verliebt sich in Schwester Loni, kämpft um das Bestehen der Kinderstation, und… ach, ihr könnt es euch ja denken, und genau so passiert es auch.

Interessant, dass es 15 Jahre vor der Schwarzwaldklinik auch hier eine Oberschwester Hildegard auftritt. Während die Schwarzwaldklinik-Hildegard Eva-Maria Bauer aber schon tot ist, erfreut sich die Roy-Black-Hildegard, die Schauspielerin Corinna Genest, noch hoffentlich bester Gesundheit. Ihr Vater ist Rudolf Diels, der erste Chef der Gestapo, der nach ihrer Geburt neu heiratete, und zwar Ilse Göring, welche – und das ist wirklich etwas verwirrend, sowohl die Enkelin als auch die Schwiegertochter von Hermann Görings Vater war.

Wir werden da noch öfter darauf stoßen: im Jahr 1970 ist das Jahr 0 gerade einmal 25 Jahre vergangen, und insofern haben viele Protagonisten auch eine interpretationsfähige Vergangenheit bzw. interessante Familie. Corinna Genest selbst jedenfalls ist Jg. 1938. Ebenfalls zu den Ach-die-ist-das-Schauspielern, deren Namen man nicht kennt, aber dafür ihr Gesicht, zählt die weibliche Heldin Loni, welche von Helga Anders gespielt wurde. Und Helga Anders gehörte gar nicht mal viel später zu den mutigen Frauen auf dem legendären STERN-Titel Wir haben abgetrieben vom 6.6.1971. Schlager, Göring, §218,  alles hier auf engstem Raum miteinander verstaut.
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Neuzugang auf Platz 4: Gruezi wohl Frau Stirnimaa. Durch den Beruf meines Vaters kam ich als Kind kostenlos an abgenudelte Singles aus den Musikboxen in Gaststätten und Tanzlokalen. Dazu hatte mir mein Vater einen steinalten Elac Mirastar Kofferplattenspieler besorgt. Auf diesem Plattenspieler hörte ich dann die Singles, die ich mir nicht ausgesucht hatte, sondern die Zufälle der Playlists städtischer Gasthäuser in meinen Besitz gespült hatten. Und dazu zählte auch Frau Stirnimaa. Ich hielt es für ein Volkslied, und deshalb dürfte ich damals immerhin gewußt haben, was ein Volkslied ist. Immerhin war mir auch klar, dass dieses Volkslied nicht aus unserer Gegend war, sondern irgendwo aus Bayern, wo die Menschen genau so jodelten wie bei Frau Stirnima. Was natürlich nicht stimmt, denn die Minstrels kommen aus Zürich. Frau Stirnima war ihr einziger Hit, von dem sie sich immerhin ein 16-Zimmer-Haus kauften. 1974 lösten sie sich auf.

Frau Stirnimaa (Quelle: discogs)


Tatsächlich ist dieses Lied ebenfalls in einem Film verarbeitet worden: Was ist denn bloß Willi los? mit Heinz Eckhardt. Die Titelsequenz mit Stirnimalied, mit Felix (Ralf Wolter), Willi (Heinz Erhard) und Frau Stirnima (Helen Vita!) ist online verfügbar. 

Die beide radeln dabei durch den nördlichen Stadtteil Grunewald, um dann recht unvermittelt am Telefunken-Hochhaus herauszukommen, das seine Rolle als „Finanzamt-West“ aufrecht und souverän spielt. Das Gebäude kam später zur benachbarten Technischen Universität und ist genau 300m Luftlinie von hier entfernt. Ich schreibe auf geweihtem Boden.

Rakete der Woche: Frau Stirnimaa ( plus 13 Plätze)
Veteran der Woche: Mendocino (14 Wochen)
Liebling der Woche: In der Carnaby Street

Samstag, 1. Februar 2020

Nr. 3 vom 1.2.1970 oder Der Fluch des Roy Black


So, jetzt nehm ich euch mit nach Mendocino. Ab heute gibt es eine wichtige Innovation im Blog, nämlich eine Youtube-Playlist mit ALLEN Hits dieser Woche! Ist das nicht super? 



So, die dritte Goldene 20, und zum drittenmal Roy Black auf der Nummer 1! Roy wird uns noch ungefähr ein Jahr begleiten, und dann von einem auf den anderen Tag auf lange Zeit verschwinden. Deinschönstes Geschenk ist seine zweiterfolgreichste Single nach Ganz in Weiß von 1965 und vor Schön ist es auf der Welt zu sein, über das wir noch beizeiten sprechen müssen.

Roy Black heißt eigentlich Gerhard Höllerich, und Gerhard fand, dass sein Name doch etwas zu wenig Rock And Rollerich hatte. Wohl zu Recht. Er entschied sich dann für „Roy Black“. Ich finde allerdings, „Gerd Hölle“ wäre die bessere Wahl gewesen. Aber auch Roy Black wäre keine schlechte Wahl, wenn man die Roy-Black-Haftigkeit seines Namens außen vor läßt, welche allerdings erst wir Nachgeborenen assoziierten, da wir Roy-Black-Haftes ja nur von Roy Black kennen. 1963 hingegen war „Roy Black“ ziemlich crispy, wild und gefährlich. Ich weiß, es ist wirklich schwer, das zusammenbringen. Wir sind pavlovsche Hunde, die bei „Roy Black“ nur ganz in weiß sabbern können. Den Pfad eines gefährlich wirkenden Roy Black verließ er allerdings dann schon im Jahr 1965. Und dann kam Anfang 1966 Ganz in Weiß, ein transgalaktischer Superhit, mit dem er 14 Wochen in den Charts paradierte. Und weitere Hits. Bis Ende 1969 war Roy Black praktisch unbesiegbar. Dein schönstes Geschenk ist sozusagen auch ein Erbe aus dem Vorjahr, denn 1970 wurde für Roy Black ein echtes Scheißjahr.

Erst Ende des Jahres wird er sich davon wieder erholen zu einem kurzen Zwischenhoch, und dann ist es erstmal sehr lange vorbei. Roy Black ist sozusagen ein Schlagersänger, der zur allerbesten Schlagerzeit in der ersten Hälfte der Siebziger nicht erfolgreich ist. Roy Black ist oldschool, altbacken, und es ist wohl auch einigermaßen schädlich, einen ganzen Haufen spektakulär schlechter Filme gedreht zu haben. Meistens spielen Theo Lingen, Uschi Glas und Ilja Richter mit. Wenn es gut läuft im Kino, dann schadet es nichts, wenn es aber nicht so gut läuft, dann nervt man das Publikum noch zusätzlich. Fragt mal Elvis.

Für Roy Black lief es dann später gar nicht gut. Es ist nachzulesen, dass er pleite genug war, um Taschenpfändungen über sich ergehen lassen zu müssen. Und er trat aus der Kirche aus, um Steuern zu sparen. Um Himmelswillen! Das ist ja sozusagen ein faustischer Pakt! Die Kirche zu verlassen, um wieder ein Star zu sein! Aber es funktionierte: mit Ein Schloß am Wörthersee war er dann plötzlich wieder dick im Geschäft. Im Grunde muß man sich ESaW (wie wir aficionados es nennen) so ähnlich wie das Traumschiff (TS) vorstellen, - nur ist das Traumschiff hier ein Hotel und der Ozean hier der Wörthersee. Ansonsten laufen sowohl bei TS als auch bei ESaW in jeder Folge Prominente vorbei und werden mit lockerer Hand in die Handlung eingewoben. Und sie sind ja nicht zuletzt prominent, weil sie bei TS und ESaW mitspielen, ein sich selbst verstärkendes Huhn-Ei-Phänomen. ESaW lief jedenfalls Bombe, und deshalb war es umso bedauerlicher, dass Roy Black leider schon nach Staffel 2 verstarb.

Aber jetzt mußte der faustische Pakt eingelöst werden.

Offenbar lautete dieser Faustpakt, dass von Roy Black kein Abbild mehr nach seinem Tode hergestellt werden kann. Jedenfalls kein Abbild, auf dem man ihn erkennen könnte. Den Anfang machte eine Stele in seinem Heimatort Augsburg. Sie besteht aus einer pausbäckigen Frisur und dem Versuch eines Kinngrübchens.


Quelle: wikipedia





































Der Faustpakt war wohl wie bei Oscar Wilde angelegt (hey, merkt ihr was: Roy BLACK und Dorian GRAY?!). Auch in Velden am Wörthersee hatte man das Bedürfnis nach einer Roy-Black-Büste. Und es ging noch schlimmer schief. Während man bei der Augsburger Version noch etwas Ähnlichkeit hinein gutmeinen könnte, ist in Velden nun wirklich alles verloren.






Quelle: Mopo/imago/Lindenthaler

Das könnten auch John Lennon, Udo Jürgens, Elvis oder Peggy March sein, um einige weitere Prominente unserer dieswöchigen Hitparade zu nennen. Vor allem: was ist mit dem Kinn? Ich meine, wenn man so ein markantes Grübchen am Kinn hat, dann muß das doch auch im Abbild zu finden sein. Das wäre sonst wie Gorbatschow ohne Flecken oder Heino ohne Brille. Aber ihr könnt es ja auch mal probieren. Nehmt einen Zettel und versucht, Roy Black zu zeichnen! Na? Hat es geklappt? Nein? Voll unähnlich? Jaha, seht ihr, das ist DER FLUCH DES ROY BLACK.
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Unbedingt erwähnt muss auch noch das tolle Oh Well von Fleetwood Mac auf Platz 9. Ich habe hier eine sensationelle Version von den wunderbaren Haim-Schwestern. Wobei „ wunderbare Haim-Schwestern“ und „Fleetwood Mac“ sich jetzt vielleicht völlig falsch anhört. Fleetwood Mac 1970 waren noch eine Rock-Band, und die Haim-Schwestern – sind auch eine Rockband. Und wie großartig und witzig sie das machen! Mädchen können heutzutage alles und das ist auch gut so. Fast würde man wünschen, Roy Black hätte so viel Rock n Roll gehabt wie Danielle Haim im kleinen Finger. Oh Well!

Rakete der Woche: Venus ( plus 7 Plätze)
Blei der Woche: Geh nicht vorbei ( minus 6 Plätze)
Veteran der Woche: Mendocino (13 Wochen)
Liebling der Woche: Oh Well

Dienstag, 14. Januar 2020

Nr. 2 vom 15.1.1970 oder Lang lebe Radio Veronica!


Gleich zweimal ist die Band Shocking Blue vertreten, auf Platz 20 (NEU) mit MightyJoe und auf Platz 11 mit Venus. Shocking Blue ist Protagonist des sogenannten „Nederpop“. Ja, das gibt es wirklich und ist sozusagen der holländische „Deutschrock“, nur eben Pop statt Rock, weil die Holländer etwas flockiger sind als der ernste Rockdeutsche. Nederpop sind z.B. Earth & Fire, George Baker Selection, Luv, Ekseption, Teach-In, Pussycat usw. Und tatsächlich gibt es etwas Verbindendes, etwas Gemeinsames, denn beim Holländer ist ein gewisser Unernst dabei, der ihren europäischen Nachbarn fehlt. Dieser holländische Unernst mag auch in der wesentlich tieferen und durchgreifenderen Wirkung der Endsechziger zu tun haben. Ich war einige Jahre später oft in Holland und darüber schon als Kind etwas erstaunt. Holland sah einfach anders aus. In Holland standen David-Hamilton-Fotos als Deko in den Parfümerien. Die Jugendlichen trugen Clogs, die Jungs hatten Bärte, die Mädchen Tücher im Haar und über die Schulter eine selber zusammengenähte Tasche. Vielleicht fällt es mit dem calvinistischen Erbe leichter, modern zu werden. Und auf der Straße hörte es sich so an, als würden alle Holländer englischsprachige Popmusik hören. Da passte es gut, dass die Holländer sogar einen echten Piratensender hatten: Radio Veronica, der von einem ausgedienten Feuerschiff vor der Küste sein Programm ausstrahlte, aber dazu ganz normale Werbeeinnahmen hatte. Die wilde, ungebundene Piratenzeit von Radio Veronica dauerte von 1959 bis 1974, und lustig: es gibt einen Archiv-Stream, der die Musik und Reklame bis heute durchsendet: (das ist Radio Veronica 192, nicht verwechseln mit dem normalen Radio Veronica, das zu einem ganz normalen Formatradio hinabgesunken ist). Dieser Internet-Stream ist so eine Art Zombieversion des originalen Radiosenders, und es werden sogar Werbejingles längst verrauchter Amsterdamer Geschäfte dazwischengespielt. Jedenfalls hatten die Holländer zur Volksbildung Radio Veronica mit Shocking Blue, wir hatten WDR2 mit Zwischen Rhein und Weser auf (ich höre nebenbei Veronica-Reklame. Die Margarine blueband ist noch mehr smakelijk als früher!).

Veronica von Radio Veronica (Quelle: ad.nl)

Und das wirkte auf die Jugend zurück. Während bei uns mindestens 50% der Jungs eines Jahrgangs ohne Modifikation ihres Aussehens in einem Wehrmachtsfilm hätten mitspielen können, waren alle jungen Holländer ausnahmslos langhaarig. Westdeutschland 1970 war ein Land der 50jährigen. Nederlande 1970 war ein Land der Zwanzigjährigen. Die holländische Ausgabe der Shocking-Blue-Single zeigt übrigens die Venus von Milo – mit Brüsten, das ging für BRD nicht, also dann entschied man sich für einen merkwürdigen Skulpturkompromiss. Shocking Blue jedenfalls befinden sich gerade im Januar 1970 auf dem Weg nach oben. Eigentlich sind sie drei (erfolglose) Musiker, die sich mit einer (erfolglosen) Sängerin zusammentaten. Über diese Mariska Veters notiert der Musikexpress etwas später: „Eine aufregende Stimme, einen Vater, der ein Zigeunerorchester leitet. Auch sie war in Rock-Kellern erfahren.“ Nun ja. Einige Jahre später haben Shocking Blue sich aufgelöst und verschwinden aus unserer Geschichte. 


Züchtige Venus (Quelle: discogs)




Auf Platz 19 finden wir Heya von Jeronimo, das ich ohne weiteres auch in die Nederpop-Tüte gesteckt hätte, aber Jeronimo sind aus Frankfurt. Die Band macht scheußlichen Hardrock irgendwo zwischen Deep Purple und Uriah Heep, aber vor allem hat sie zwei Sünden auf ihr Haupt geladen: Heya in dieser Woche, und später haben sie dann noch Na na Hey Hey Goodbye gecovert, beides in jeweils abgewandelten Texten bis heute Stadion-Schunkel-Lieder. Sehr unsympathisch, sehr schrecklich, sehr schlimm. Dabei ist Heya auch schon eine Coverversion, nämlich des gleichlautenden Liedes von J.J. Light, welches (so viel begründeter Prophetie sei in diesem Blog erlaubt) ebenfalls sehr bald die Hitparade entern wird. Die Originalversion ist nicht mal groß anders, wobei sich mir nicht erschließt, warum es überhaupt diese Heya-Version von Jeronimo braucht. J.J. Light ist allerdings Navajo-Indianer und kein Hesse, und außerdem der Komponist des Stückes, was ihn meiner Meinung nach damit zu würdigeren Heya-Rechten verhilft. Das erinnert mich daran, wie viele Jahre später einmal „Über sieben Brücken mußt du gehn“ von Karat in die Hitparade war und von Peter Maffay zeitgleich gecovert wurde, und zwar unter dem Titel „Über sieben Brücken mußt du gehn“. Der einzige Unterschied ist die Peter-Maffay-Haftigkeit der Peter-Maffay-Version und ein scheußliches Saxophonsolo (so etwas hatten sie in der Zone nicht).

Auf bald!

Rakete der Woche: Mademoiselle Ninette ( plus 11 Plätze)
Blei der Woche: Venus (minus 8 Plätze)
Veteran der Woche: Mendocino (12 Wochen)
Liebling der Woche: Come Together



Mittwoch, 1. Januar 2020

Nr. 1 vom 1.1.1970 oder Weine nicht, kleiner Flipper


Dieser kleine Blog ist sozusagen ein Jubiläumsblog. Hier sollen die deutschen Single-Charts vor 50 Jahren beleuchtet werden. Im alten Brockhaus-Blog hatte ich mich um Illustrationen in einem Buch aus dem Jahr 1952 gekümmert. Jetzt rücken wir fast zwei Jahrzehnte weiter, in die 70er, die damals genau so frisch waren wie unsere 20er.

Der Blog wird in Echt-Jubiläums-Zeit geschrieben. Das heißt, wir werden uns im September 2020 um die Charts von September 1970 kümmern. Nicht früher. So wird es dann noch vier Jahre dauern, bis wir ABBA erreichen. Das sind marsreisenähnliche zeitliche Dimensionen, die nur durch Unverzagtheit und Mut zu bewältigen sind!

Zunächst wird dieser Blog alle 14 Tage erscheinen, weil die deutschen Charts ebenfalls nur alle 14 Tage erschienen. Danach wird man sehen. 

Also, Leinen los. Meine anfängliche Nervösität ist am leichtesten dadurch zu bekämpfen, indem ich einfach anfange.  Die deutschen Single-Charts von 1970, und das ist die Ausgabe vom 1. Januar 1970:


Ja, wir werden noch einiges über Wieso-weshalb-warum zu sprechen haben. Aber das jetzt noch ein wenig Zeit.

Unser allererstes Lied auf der Nr. 20 ist Sweet Dream von Jethro Tull, nicht gerade die Meister der locker aus dem Handgelenk geschüttelten Popsingle. Und so ist ihr Sweet Dream auch ein eher widerborstiges Stück, bei dem man sich fragt, wie so etwas zu einem kleinen Hit werden kann. Also, ich könnte da jetzt nicht zu rhythmisch tanzen und mein Haar in alle Richtungen werfen, last night Jethro Tull saved my life wohl eher nicht. Apropos Haar: auf dem Single-Cover sieht man die Band, alles Hippies, in einem Wildwestern-Look. Um es auf den Punkt zu bringen: 1968er Zausel kostümieren sich als 1868er Zausel.Grauenhaft. Das mit Abstand bekannteste Lied von Jethro Tull – Locomotive Breath – schaffte es übrigens nicht in die deutschen Charts, dafür waren ihre LPs um so erfolgreicher. Tatsächlich gibt es Jethro Tull noch heute - der Bandchef Ian Anderson (ganz links auf dem Zauselfoto) hat seine Besetzung mehrfach durchgewechselt, mit insgesamt 28 Bandmitgliedern. 50 Jahre sind wirklich voll lange, um so erstaunlicher, aber auch erschreckender, daß es manche Bands immer noch gibt. Fragt die Rolling Stones, Who, Golden Earring. 



(Quelle: discogs)


Ein ganz anderes Ding ist unser Platz Nummer 19. Weine nicht kleine Eva von den Flippers. Frisurmäßig sehen die Flippers natürlich viel anständiger aus als Jethro Tull. Rätselhaft allerdings, warum auf dem Cover ein Fisch herumschwimmt. Flippers=Flipper=Delphin=Fisch? Die Flippers wurden 1964 als „Dancing Band“ gegründet (Schwachsinns-Bandname), umgründeten sich ein Jahr später als „Dancing Show Band“ (genau so doof), um sich dann 1969 Die Flippers (leicht besser) zu nennen und gleichzeitig Weine nicht kleine Eva zu veröffentlichen, ein stratosphärischer Hit, der die Band durch Bierzelte und Festhallen, durch Karnevalssitzungen und Silvesterfeiern tatsächlich bis ins Jahr 2011 trug. Und dann, und zwar im Frühlingsfest der Volksmusik am 9. April 2011, wurden die Flippers aufgelöst. Ihr müßt euch das mal angucken, wie Florian Silbereisen (ca. ab 1:07) nicht ohne Ergriffenheit und mit ein ganz klein wenig Pathos die Flipperära beendet. Wenn man das nachfolgende Playback hört, ist es vielleicht auch ganz gut für alle, wenn sie in den Ruhestand gingen. Zombie Karaoke. Hört mal bis 3:30 durch. Das ist krasses Zeug.

Übrigens ist Florian Silbereisen mittlerweile und aktuell der neue Kapitän vom Traumschiff. Der Mann ist in den Achtzigern geboren. Der erste Traumschiff-Kapitän, das habe ich gerade nachgeschlagen, hat noch an der Ostfront gekämpft. Wir werden noch erleben, wie Billie Eilish Papst wird. Warum auch nicht. Sie ist irischstämmig, demzufolge sogar katholisch.

(Quelle: discogs)




Aber wir verplaudern uns. Weiter mit Platz 17: Heintje mit Scheiden tut so weh. 1970 ist natürlich Heintjezeit. Die Heintjezeit dauerte von 1968 bis 1971. Danach, so die offizielle Version, kam Heintje in den Stimmbruch. Angeblich war das erst mit 16einhalb Jahren so weit. Das finde ich erstaunlich. Ist das nicht ein bißchen spät? Hat das Management eventuell den Stimmbruch ihres Goldjungen künstlich verzögert? Mit Maoam-Bonbons? Der Manager hatte übrigens den schönen Namen Addy Klejingeld. Im Januar 1970 hat Heintje – was er noch nicht weiß – seinen Zenit so gerade haarscharf überschritten, und geradezu prophetisch : Scheiden tut so weh. Ich versuche, mir das einmal vorzustellen: wie der Heintje dieser Zeit im Tourbus zum Kleijngeld geht: Du Addy, ich hatte heute nacht meinen ersten Samenerguß. Und er so: Ach verdammt, kleiner smeerlap. Keine Ahnung, ob und wie das wohl gewesen ist. Aber eigentlich auch paradox bei Heintje. Als er dann endlich Groupies hätte haben können, dann geht es nicht mehr mit dem Singen. Ein sozusagen Alberich-artiges Schicksal, Gold oder Liebe.

Übrigens wird es nicht möglich sein, in jeder Lieferung alles haarklein durchzusprechen. Deshalb machen wir mal einen kleinen Sprung gleich zu den Top3: Auf Platz 3 Venus von Shocking Blue, das meine älteren Leser noch in der 1986-Version von Bananarama kennen. Auf Platz 2 ist das scheußliche Sugar Sugar von den Archies, die sind auch nicht besser als die Flippers.  Und neu auf Platz Nummer 1 ist unser Roy Black mit Dein schönstes Geschenk, diesem merkwürdigen Learning-English-Lied („Die Sonne- the sun, der Mond – the moon, die Sterne – the stars…“). Oh, über Roy Black werden wir bald reden, also reden müssen. Aber eine Zeile möge mottogleich über diesem Blog stehen: „Es kommt auf die Stunde an, ganz egal was du tust auf der Welt.“


Also, viel Spaß hiermit.